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ALFONS BÜRGLER

ALFONS BÜRGLER


Nach einer Phase des Experimentierens im Bereich der Figuration und Abstraktion findet Alfons Bürgler in den 1990er Jahren zu seiner charakteristischen visuellen Sprache. Es entstehen Gemälde, Zeichnungen, Druckgraphiken und bemalte Holzobjekte, die der Künstler als Körperschriften betitelt und die neben- und übereinander angeordnete, abstrahierte Menschen in unterschiedlichen bewegten Posen zeigen. Bürglers Menschenfiguren – mal flächig, mal graphisch ins Bild gesetzt – tanzen, gestikulieren, sind eng umschlungen, hüpfen oder geben einander die Hände. In einigen Werken tummeln sich bis zu tausend Figuren: „Auch wenn er in seinen Bildern viele Menschen zusammenbringt, handelt es sich nie um eine Masse, sondern stets um eine Gemeinschaft. Und die Einzelfigur […] ist ein Energiebündel, das seinem Kraftüberschuss Ausdruck gibt. Und das wohlverstanden nicht auf eine aggressive Weise“ (Peter Killer 2008). Bürglers Körperschriften leben von der Repetition der menschlichen Figur, ohne dabei ein gleichmässiges Muster aufzuweisen, und lassen aufgrund der Anordnung in Reihen sowie stilisierten Ausführung an hieroglyphische Schriftarten denken.  

Der Mensch steht gleichfalls im Fokus der seit Beginn des Jahres 2000 geschaffenen Baumfiguren, die den Charakter eines partiell modifizierten Objet trouvé besitzen und die als dreidimensionale Ausführung respektive Fortführung seiner Körperschriften interpretiert werden können. An Waldrändern findet Bürgler Busch- und Baumverästelungen, die der Künstler um 180 Grad dreht und aus denen er mit Säge sowie Baumschere Figuren mit menschenähnlichen Zügen herausarbeitet. Seine zuweilen monochrom bemalten, bis zu drei Meter hohen Baumfiguren treten dem Betrachter singulär, als Paar oder als Gruppe aufrecht oder geneigt stehend, fragil oder stabil, tanzend, kommunizierend oder schweigend gegenüber. Für seine Figuren – kleinformatige liegen auch als skulpturale Werke in Bronze vor – gründete der Künstler 2007 in Steinen, Kanton Schwyz, ein für die Öffentlichkeit zugängliches Privatmuseum: das Baumfiguren-Kabinett.

Der 1936 im zentralschweizerischen Illgau geborene Alfons Bürgler ist seit über 30 Jahren als freischaffender Künstler tätig. Nach einer abgeschlossenen Schneiderlehre besuchte er die Schule für Gestaltung in Luzern und die Neue Kunstschule Zürich. Seit 1969 beteiligt sich Bürgler regelmässig an Einzel- und Gruppenausstellungen in der Schweiz und im Ausland. Zudem realisierte er zahlreiche Kunst-am-Bau-Projekte in privaten und öffentlichen Räumen, unter anderem für die Hirslanden-Klinik St. Anna in Luzern (2007–2012) oder die OBC Suisse in der Europaallee in Zürich (2014). Bürgler lebt und arbeitet in Steinen SZ.



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