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MICHELE LAMASSA

MICHELE LAMASSA


Michele Lamassa widmet sich einer innerhalb der Gegenwartskunst atypischen Technik: der Freskomalerei. Ein über 3500 Jahre altes künstlerisches Verfahren, das in der Renaissance seine Blütezeit erlebte und kontinuierlich an Bedeutung verloren hat. Die Ausführung eines Freskos erfordert viel Ausdauer und bedarf einer grossen Virtuosität. Die von Lamassa gewählten Themen und Motive weisen ihn als beharrlichen und kritischen Beobachter unserer Zeit sowie der jüngeren Geschichte aus, wovon die Serie Cold War II (2015–2016) zeugt. Lamassas Fresken haben temporären Charakter: unter Anwendung der Strappo-Methode – eine Restaurierungsmethode, um Wandmalereien abzulösen und vor dem Zerfall zu bewahren – überträgt der Künstler seine grossformatigen Fresken auf Jute, wodurch sie ausserhalb des ursprünglichen architektonischen Kontextes präsentiert und für den Betrachter neu erlebbar werden.  

Geboren 1974 in Zürich, studierte Michele Lamassa Konservierung und Restaurierung an der Scuola universitaria professionale di Lugano (SUPSI) sowie Regie und Kinematographie am Conservatorio di Scienze Audiovisive di Lugano (CISA). Im Rahmen der Expo Mailand (2015) und Expo Astana in Kasachstan (2017) liess er das Publikum am Entstehungsprozess seiner in Freskotechnik ausgeführten Werke teilhaben. Seine Arbeiten finden sich in firmeneigenen und musealen Sammlungen im In- und Ausland, unter anderem im World Expo Museum in Shanghai. Lamassa lebt und arbeitet in Locarno, Kanton Tessin.